Freitag, 11. November 2016

und alles leuchtet...

Es war einmal ein Mädchen ...
Könnte so anfangen aber so beginnen Geschichten, keine Träume.
Als ich vor mehr als 12 Jahren zum ersten mal auf Langeoog von der Fähre stieg war es um mich geschehen. BÄM Volltreffer, für immer das Herz an einen Flecken Sand im Meer verloren.
An eine Insel die so schön und atemberaubend ist das ich Worte um Worte schreiben müsste und doch nicht ausdrücken könnte wie glücklich mich dieses kleine Eiland macht. Weil es da ist, weil die Menschen da sind, weil es regnet und es mich dort nicht stört, weil es mein Herz warm macht daran zu denken, weil es nicht aufhört, daß mich die Landschaft umhaut mit ihrer stillen Eleganz.

Das Meer in meinem Herzen fand seinen Zwilling. Dieser Flecken Erde, der den Gezeiten ausgesetzt ist, wie ich meinen Träumen hat mich so tief wie kein anderer Ort es je getan hätte berührt.
Es ist eine große Liebe und jeder der mich kennt weiß um diese.

Mein Leben ist ein großartiges. Meine Kinder und mein Mann sind der Mittelpunkt meiner Welt. Meine Arbeit und meine Werkstatt der Inbegriff von Erfüllung.
Ich dachte nicht das dieses Gefühl noch größer werden kann,  mit dem ich in jeden Tag gehe. Das Gefühl von Kraft und Liebe und Glück das mich umgibt wie manche Menschen perfekt abgestimmtes Parfüm. Ich habe dieses Gefühl der Dankbarkeit immer in mir. Ich atme es ein und aus.
Und doch --- es kann größer werden.

Mein Lebenstraum wird nun Wirklichkeit, meine Segel sind weit und ich leuchte.

Zu meinem kleinen feinen Heimathafen in Ludwigsburg, meiner Hofgoldschmiede kommt ab Januar die Hofgoldschmiede am Meer.
Vor 12 Jahren habe ich in der Goldschmiede auf Langeoog damals noch Dat Werkhus jetzt Schmucklust probe gearbeitet und wollte nichts lieber als bleiben.

Und so ist es nun. Ich bleibe.

Ich habe eine Freundin gefunden damals, eine großartige Lehrmeisterin, eine Verbindung die all die Jahre nicht abgerissen ist und nun habe ich die Möglichkeit bekommen ihren einstigen Heimathafen mit Liebe und Würde weiterzuführen.  Was für eine Ehre, dessen bin ich mir bewusst.

Die Schmucklust wird zur Hofgoldschmiede am Meer. Die Segel sind gesetzt und mein Herz ist so voll mit allem Guten.
Ich fühle mich angekommen, friedlich, mutig und frei. Ich bin dankbar für das Vertrauen und die Liebe die mir entgegengebracht wird.

Ja,  ich höre die Stimmen die mir zurufen "das ist verrückt". Ja es wird stressig sein, zwei Läden am jeweils anderen Ende Deutschlands zu führen und ja ich habe eine Familie.
Und genau das ist es was mich nicht zögern lässt. Meine Familie und deren Freude über diesen Ort der schon so lange in unserem Leben Herzen eine so große Rolle spielt.

Ich zögere nicht weil es so gut ist diese Königin der Inseln mein zuhause zu nennen.

Ich wollte nie einfach nur eine Goldschmiede aufmachen. Ich wollte immer den Ort an dem ich bin zu etwas Gutem machen.
Einem Ort an dem man sich wohl fühlt, wirklich geliebt fühlt. Ludwigsburg ist für ich genau dieser Ort. Geliebt und gehegt ohne Zweifel mehr als einfach nur eine Goldschmiede. Meine Leben.

Niemals hätte ich eine zweite Goldschmiede eröffnet wenn nicht diese Möglichkeit gekommen wäre.
Es geht mir weder um Ruhm oder Ansehen. Es geht mir um Liebe...
und um Langeoog.

Wir haben eine Wohnung bezogen und wir haben eine Wohnung in Ludwigsburg. Ich bin hier und da und das immer ganz und gar mit vollem Herzen für alles was ich tue.

Ich freue mich auf Januar dann wird es so sein.


Bis dahin
Alles Liebe Martina

Für diesen Blog habe ich Bilder aus den letzten 12 Jahren herausgesucht.  Eine lange Zeit. Meine Kinder sind groß geworden...










































Donnerstag, 13. Oktober 2016

Der Ort an dem ich bin...















Während der Herbst mich hier in Ludwigsburg verwöhnt mit goldenem Licht und den schönsten Farben rauscht noch immer das Meer in meinem Adern. Es beflügelt mich zu neuen Arbeiten und es spült mir Müdigkeit aus dem Sinn. Ich liebe meine Arbeit am Werkbrett so sehr und ich genieße die Stunden die ich damit zubringe neue Dinge zu schaffen. 

Lange habe ich mich gefragt warum ich so gern dieses Meer um mich habe. Warum sich mein Herz diesen Ort in der Nordsee ausgesucht hat und das obwohl ich hier glücklich bin unter den liebenswürdigen Schwaben die ich bis heute nur manchmal verstehe und unter denen ich sprachlich zumindest immer nur neigeschmeckt sein werde. 
Mein Mann ist Schwabe und ich liebe seine ruhige unaufgeregte Art, sein Weitblick obwohl am Horizont in jeder Richtung Berge sind, seine komischen Begriffe für Zudecke und das Ende vom Brot. 
Ich mag es wenn der Marktplatz von Ludwigsburg in warmes Licht taucht zu dieser Jahreszeit und ich mag es entspannt und mit Musik im Ohr auf dem Rad über den Wochenmarkt zu fahren, der voll und prall mit den leckersten Sachen ist (obwohl ich weiß das man nur schieben darf in der Fußgängerzone). Ich liebe es Freunden Blumen zu bringen für ihr Cafe und ich liebe es am Campus meiner Kinder unter Plantanen vorbei zu fahren und in den Fenstern nach ihnen Ausschau zu halten. 

Das sich mein Herz den Ort ausgesucht hat den es zuhause nennt sehe ich mittlerweile als große Kraft und als unfassbares Geschenk meines Lebens. 
Sind nicht so viele auf der Suche nach dem Sein, dem Ort, dem Irgendwas, der Ruhe. ich habe das alles gefunden in der Nordsee in meinem Mann, meinen Kindern und auch in Ludwigsburg.

Ich hadere nicht mehr mit dem was mir fehlt ich genieße jeden Tag an dem Ort an dem ich bin und ich bin dankbar. 
In diesem Gefühl arbeite ich und mit diesem Gefühl gehe ich in meine Tage. 
Ich freue mich nun auf Dornbirn.  Auf die Gustav am 29. und 30.10. auf eine spannende Messe und ich bin auch dort aufgehoben. Mein Mann und meine Hofgoldschmiedemädels begleiten mich und ich würde mich sehr freuen euch auch dort zu treffen, ...  oder am Meer. 
Alles Liebe Martina 


Montag, 29. August 2016

Sommermädchen...


Am Donnerstag geht mein Sommer auf Langeoog zuende. Ich kann es fast garnicht fassen das schon 8 Wochen um sind, dachte ich doch zu Beginn dieser Zeit, dieser Sommer geht ewig. Meine Füße im Sand und Muscheln in den Taschen.

Ich habe Schmuckstücke aus  diesen Muscheln hergestellt, Bernsteine geschliffen und Millionen Jahre alte Fliegen darin bestaunt. Ich habe Ringe mit alten Bekannten und neuen Kursteilnehmern geschmiedet, Gold geschmolzen und Seemannsgarn gesponnen.

Ich habe Eis gegessen abends um elf, war tanzen bis zum Morgen, habe den Mond im Wasser der Mohle bestaunt. Ich habe  unendlich lange Spaziergänge am Strand gemacht und bin barfuss durch den Regen mit dem Fahrrad gefahren.

Ich habe still und staunende die Wolken beobachtet und die Schwalben.

Ich habe nachts auf der Straße vor meinem Zuhause auf Zeit gelegen und Sternschnuppen gezählt, oder eingekuschelt in eine Decke ganz dicht am Haus dem Gewitter zugesehen.

Ich bin laut singend mit dem Rad zur Arbeit gefahren und weinend vor Sehnsucht zu meiner Familie am Telefon gessen.

Ich habe jede Minute geliebt, so intensiv wie ich konnte. In jede Richtung, Sonnenauf- und Untergang.

Ich war nackt bei Meeresleuchten unter einem wunderschönen Sternenhimmel baden und ich bin mir sicher das dieses Erlebnis eines der schönsten und magischsten Erlebnisse des Sommers war.

Ich habe jeden Morgen Liebe in diese Goldschmiede getragen soviel wie ich konnte.

Ich habe so viele unglaubliche Menschen kennengelernt. Einige berühren mein Herz so sehr, ihr bleibt für immer flüstert es mir zu.   Ich habe Freunde getroffen und wiedereinmal festgestellt das Freundschaft  sich nicht von Kilometern die zwischen einem liegen beeinflussen lässt.

Ich habe aber auch einen Menschen getroffen um den es mir leid tut.  Licht und Schatten gehören auch hier an diesem Ort zusammen. Möven sind auch nur toll wenn sie dir nicht dein Eis aus der Hand klauen  und trotzdem freue ich mich über Sommermövenglückshimmel.

Ich habe jede Sekunde diese Insel so sehr geliebt.
Wenn es ein Wort geben könnte das all das beschreibt was ich hier empfinde es wäre so lang und unendlich tief.

Nun aber freue ich mich so unbändig auf meine Familie die in unserem Zuhause auf mich wartet. Ich freue mich auf unsere Katzen und auf die letzten warmen Tage in der Stadt. Ich freu mich mal wieder durch die Geschäfte zu bummeln und  auf Milchkaffee am Morgen mit meinem Mann. Auf den Wochenmarkt in Ludwigsburg.

Ich freue mich auf meinen Laden, auf den Blick auf jedes Werkzeug, auf mit aller Kraft und Liebe von mir hergestellte Schmuckstücke, auf meine Blumen vor der LadenTür und auf den morgentlichen Ruf der Tauben. ich freue mich auf Isa und Anja und Steff meine Hofgoldschmiedinnen, auf meine Freunde und auch mal wieder auf Spätzle (ohne Soß)

Das ist es doch was es ausmacht, ein Gutes Leben, das man sich an all den Dingen freuen kann die einem begegnen. Das man annimmt was ist, das man sich ansieht und sich in Liebe begegnet.

Bis dahin genießt den Spätsommer. Alles Liebe Martina